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Aktualisierter Lehrplan Elementares Musizieren für Österreich
Die „Früherziehung“ ist Geschichte
Verfasser: Dieter Bucher
Vor zwölf Jahren wurde der für alle an den Musikschulen Österreichs und Südtirols arbeitenden Elementaren Musikpädagog/innen geltende Lehrplan im Rahmen der Konferenz der österreichischen Musikschulwerke (KOMU) verfasst. Bis heute besticht er durch inhaltliche Vielfalt und Ausgewogenheit.

Nun wurde er einer Generalüberholung unterzogen. Die Inhalte und Ziele erfuhren eine geringfügige Erweiterung, die Begrifflichkeiten und Rahmenbedingungen wurden allerdings deutlich aktualisiert. So wird dem Wandel der Elementaren Musikpädagogik (EMP), die landläufig oft noch als Zulieferer- und Vorbereitungsunterricht gesehen wird, hin zum eigenständigen Fachbereich Rechnung getragen.

Was ist neu?
1. Die Bezeichnung des Faches: „Elementare Musikpädagogik“ wird zu „Elementares Musizieren“. Die Pädagogik zum Elementaren Musizieren wird an den Universitäten und Konservatorien gelehrt und nicht an den Musikschulen. Dort heißt es auch Klavier, und nicht Klavierpädagogik.

2. Die Begriffe „Musikalische Früherziehung" und „Musikalische Grundausbildung" wurden gestrichen. Die offiziellen Bezeichnungen der gebräuchlichsten Formate heißen nun:
- Elementares Musizieren mit Kindern von 4 bis 6 Jahren
- Elementares Musizieren mit Jugendlichen
- Elementares Musizieren mit Erwachsenen
- Elementares Musizieren mit Seniorinnen und Senioren
- Elementares Musizieren mit Menschen mit Behinderung

Der jeweiligen offiziellen Fachbezeichnung wird die regionale Bezeichnung beigefügt. Etwa:
- musik.entdecken – Elementares Musizieren in Eltern-Kind-Gruppen
- Musikgarten – Elementares Musizieren in Eltern-Kind-Gruppen
- musik.erforschen – Elementares Musizieren mit Kindern von 4 bis 6 Jahren
- EM II – Elementares Musizieren mit Kindern von 4 bis 6 Jahren
- musik.experimente – Elementares Musizieren mit Kindern von 6 bis 12 Jahren
- Kreatives Musikgestalten – Elementares Musizieren mit Menschen mit Behinderung

3. Die Gleichwertigkeit von Musik und Bewegung/Tanz wurde betont.

4. Die Aktionsbereiche wurden um den Bereich Visualisierung erweitert.

5. In den Bereichen Elementares Musizieren mit Jugendlichen, mit Seniorinnen und Senioren und mit Menschen mit Behinderung hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Dies betrifft sowohl die pädagogische Seite als auch Instrumente und technische Ausrüstung. Dies wird im neuen Lehrplan abgebildet.

6. Auf die Möglichkeit zur Teilhabe aller Menschen am kulturellen Leben und am Bildungsangebot unserer Einrichtung wird durch die Betonung des lnklusionsgedankens eingegangen.

7. Allgemein wurde auf stringente Formulierung aus der Sicht der Teilnehmer/innen und eine durchgehend wertschätzende Sprache in Bezug auf Zielgruppen geachtet.

Also: Der Fachbereich heißt Elementare Musikpädagogik, die Lehrenden nennt man Elementare Musikpädagog/innen und das Unterrichtsfach Elementares Musizieren.
15.06.2020 · Günter Schaufler · Musikum Landesdirektion
Salzburg - Land / Stadt / Gemeinden