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Orchestertreffen in Hof
Geballtes Klangerlebnis im K.U.L.T.
Auf Einladung des Musikum Salzburg trafen sich am 17. Juni 2018 erstmals drei österreichische Musikschulorchester aus Dornbirn, Tulln und Seekirchen im K.U.L.T. Hof zu einem gemeinsamen Konzertnachmittag. In drei einstündigen Konzerten machten die Ensembles den hohen bundesweiten Standard der Musikschulorchesterarbeit deutlich. Die tourneeerfahrenen Gäste aus Dornbirn und Tulln reisten mit jeweils 70 Orchestermusiker/innen und Begleitstab inklusive Filmteam an. Zum Diabelliorchester Seekirchen gesellte sich der Chor des Sport- und Musik-Realgymnasiums Akademiestraße (Einstudierung Gregor Unterkofler) sowie der Chor der Musikfreunde Laufen. Mit dabei waren auch herausragende Solisten des Musikum Salzburg. Insgesamt traten mehr als 250 Personen auf.

Der Publikumsandrang war überraschend groß. Dr. Stephan Höllwerth erklärte vor Konzertbeginn die Motivation für seine Initiative: Ziel sei es gewesen, unterschiedliche Standards in der Orchesterarbeit zu zeigen sowie eine Begegnungszone für Austausch und Anregung zu schaffen. Höllwerth wies auf den künstlerischen, pädagogischen und sozialen Mehrwert des Orchestermusizierens für Jugendliche hin, wie ihn internationale Jugendmusikbewegungen - El Sistema in Venezuela, AMFED in Kolumbien – eindrucksvoll vor Augen führten. Insbesondere ging es ihm um den Aspekt von Innovation im sonst eher rückwärtsgewandten Klassikbereich: Jugend sei Zukunft, zitierte er sinngemäß den scheidenden Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle.

Diabelliorchester des Musikum Seekirchen
Das erste Konzert mit dem Gastgeber Diabelliorchester stand unter Höllwerths eigener Leitung. In Kammerorchestergröße erklangen eine spritzige Ouvertüre in D-Dur von Joseph Haydn sowie die berühmte Violinromanze in F-Dur von Ludwig van Beethoven mit der zwölfjährigen Cosima Pillinger (Klasse: Dr. Bernadeta Czapraga) als Solistin. Nach einer „Antiche Danza“ von Ottorino Respighi folgten Ausschnitte aus Karl Jenkins „Songs of Sanctuary“ in großer Besetzung mit Blockflöte (Lena Kraft), Percussion (Einstudierung: Johannes Eder), den beiden Chören und dem durch die Stringfonie Grödig (Leitung: Maria Dengg) vergrößerten Diabelliorchester. Das zwischen Klassik, Ethno und Pop changierende Stück verfehlte seine Wirkung auf die Zuhörer nicht und machte zugleich Lust auf das nächste Konzert mit dem Jugendsinfonieorchester Dornbirn.

Jugendsinfonieorchester Dornbirn
Dieses 1981 gegründete Orchester ist, was Niveau und Anspruch betrifft, ein Vorreiter der österreichischen Jugendorchesterszene. Wie zum Beweis ließ daher von allem Anfang die Disziplin und Routiniertheit der jungen Musiker aufhorchen. Allein der Anblick der 14 Cellisten war beeindruckend, ebenso der fein austarierte Klang der Holz- und Blechbläser. Das Orchester bot einen Querschnitt durch sein breites Repertoire zwischen leichter Muse und Filmmusik. Mit leichter Hand dirigierte Ivo Warenitsch Franz von Suppés Ouvertüre „Banditenstreiche“ und den Strauss-Walzer „Rosen aus dem Süden“. In Luigi Denza Gassenhauer „Funiculi Funicula“ begeisterte das Orchester mit rhythmischer Präzision. Großen Kinosound bot die Musik zum Film „Seven Years in Tibet“ mit dem fünfzehnjährigen Salzburger Cellisten Jeremias Junger (Klasse: Mag. Astrid Mielke-Sulz), der das aufwühlende Stück einfühlsam interpretierte. Mit einem „American Salute“ von Morton Gould verabschiedete sich das Dornbirner Vorzeigeorchester vom aufgesprungenen Publikum und gab die Bühne für das Jugendsymphonieorchester Tulln frei.

Jugendsymphonieorchester Tulln
Auch bei diesem Orchester handelt es sich um ein brillant zusammengespieltes Orchesterkollektiv. Leiter ist der im JSO Dornbirn groß gewordene und später beim Gustav-Mahler-Jugendorchester zu Ehren gekommene Dirigent Hans-Peter Manser. Es war aufsehenerregend, in welcher Übereinstimmung mit seinen Musikern er anspruchsvollste Werke von Mendelssohn und Schubert („Unvollendete“!) zur Aufführung brachte. Das Orchester zeigte einen blühenden, von innen durchpulsten Orchesterklang, aus dem hohe Musikalität und Flexibilität hervorstachen. Der vierzehnjährige Pianist Philip Huber (Klasse Gianfranco Sannicandro) war der umjubelte Solist in Richard Addinsells „Warsaw Concerto“, ebenfalls ein Stück Filmmusik im Stil von Rachmaninow. Mit Gerhard E. Winkler kam sogar ein zeitgenössischer Komponist aus Salzburg zu Gehör: Seine hinterfotzige „Pussy-R-Polka“ gab dem Orchester die willkommene Gelegenheit, seine Virtuosität und seinen Humor unter Beweis zu stellen. Auch hier gab es wieder „standing ovations“.

Wiederholung erwünscht
Nach zwei flotten Zugaben zeigte sich Stephan Höllwerth in seiner Verabschiedung vom Gelingen der Veranstaltung bewegt. Den jungen Musikern, die unmittelbar danach in entgegengesetzte Richtungen aufbrachen, gab er den Wunsch mit auf den Weg, sich das wertvolle Gut des Orchestermusizierens zu bewahren. Über die Musik hinaus sei dies nämlich eine unschätzbare Möglichkeit, sich mit den eigenen Gedanken, Gefühlen, Träumen und Ängsten auseinanderzusetzen – in unserer oft oberflächlichen Zeit eine unbedingte Forderung der Stunde. An eine Wiederholung dieses gelungenen Orchestertreffens ist gedacht.
11.09.2018 · Günter Schaufler · Musikum Landesdirektion
Salzburg - Land / Stadt / Gemeinden